Im abschließenden Testspiel der Saisonvorbereitung gegen Doublesieger Bayer 04 Leverkusen (1:2) kam er bereits über etwas mehr als eine Stunde im Stadion an der Hafenstraße zum Einsatz. Nun steht Ekin Celebi zum Saisonstart in der 3. Liga vor seinem Pflichtspiel-Debüt für Rot-Weiss Essen. Darauf musste er über ein Jahr lang warten. Im Sommer 2023 war der inzwischen 24-jährige Linksverteidiger vom Zweitligisten Hannover 96 verpflichtet worden, fiel dann aber schon nach wenigen Wochen mit einer Leistenverletzung langfristig aus. Als er sich im Winter gerade wieder an das Team herangekämpft hatte, musste der gebürtige Nürnberger dann mit einer Schulterverletzung erneut pausieren. Nun ist er wieder fit. Vor dem Heimspiel gegen Alemannia Aachen sprach Ekin Celebi im Interview mit der Redaktion der "kurzen fuffzehn" über sein erstes Jahr an der Hafenstraße.
Hallo Ekin! Wie ist es, nach einer so langen Verletzungspause endlich wieder regelmäßig auf dem Trainingsplatz stehen zu können?
Ekin Celebi: Das ist nur schwer in Worte zu fassen. Ich freue mich einfach enorm, noch näher bei den Jungs zu sein und dem Team nun auch sportlich helfen zu können. Das zurückliegende Jahr war alles andere als einfach für mich. Ich will nun Woche für Woche angehen und vor allem fit bleiben.
Fühlt sich die Saison wie ein Neustart für Dich an?
Es ist durchaus etwas dran, wenn ich schon als erster "Neuzugang" für diese Saison bezeichnet worden bin. Daher kann man schon von einem gefühlten Neuanfang sprechen. Allerdings habe ich im Vergleich zu den wirklichen Zugängen den Vorteil, dass ich die Jungs bereits sehr gut kenne und daher keine Eingewöhnungszeit benötige.
Was war für Dich der schwierigste Teil deiner Verletzungspausen?
Anders als beispielsweise bei einem Bruch war bei meinen Leistenproblemen zunächst nicht absehbar, wie lange ich ausfallen würde. Der schwierigste Moment war dann aber, dass ich mich an der Schulter verletzt habe, nachdem ich gerade wieder fit war. Meine Familie und Freunde haben mir geholfen, das durchzustehen.
Wann hast Du gemerkt, dass es wirklich wieder aufwärts geht?
Die Schulter-Operation in Zürich war gut verlaufen. Ein richtig gutes Gefühl hatte ich, als ich während der letzten zwei Wochen der zurückliegenden Saison wieder kommplett mittrainieren konnte und beim Niederrheinpokal-Finale gegen Rot-Weiß Oberhausen erstmals im Kader stand. Ich hatte schnell wieder Vertrauen in meine Schulter
und konnte ohne Kompromisse wieder in die Zweikämpfe gehen.
Wie nah warst Du in all der Zeit an der Mannschaft dran?
Während meiner Leistenverletzung habe ich die Reha hauptsächlich in München absolviert, für die Schulter war die Behandlung in Essen. Wenn es die Zeit zugelassen hat, war ich immer bei den Heimspielen dabei. Auswärts bin ich in der Regel nicht mitgefahren, weil ich sonst einiges an Trainingszeit auf dem Weg zurück ungenutzt gelassen hätte. Der Kontakt zur Mannschaft war immer da, ich komme mit jedem gut aus. Besonders gut verstehe ich mich unter anderem mit Ene Ríos Alonso, Leo Vonic und Musti Kourouma.
Mit dem slowakischen Erstligisten FC Nitra steht auch eine eher ungewöhnliche Station in Deiner Vita. Wie blickst du auf die Zeit zurück?
Bei dem Wechsel kam eins zum anderen. Durch die Corona-Pandemie war der Spielbetrieb eingeschränkt. Ich habe zwar bei den Profis des 1. FC Nürnberg mittrainiert.